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Höhere Standards, Teil 2: Die Wissenschaft

Wenn Sie die erster Beitrag In unserer Reihe „Höhere Standards“ wissen Sie bereits, dass Verbrennung ein großes Problem darstellt. Wenn Sie einen Joint anzünden, inhalieren Sie nicht nur Cannabis, sondern auch die chemischen Nebenprodukte der Verbrennung organischer Stoffe bei extrem hohen Temperaturen. Die Frage, die wir bisher noch nicht beantwortet hatten, war: Wie gravierend ist das tatsächlich?
PAX Labs hat kürzlich eine kontrollierte Studie abgeschlossen, in der das Aerosol eines Verdampfers für getrocknete Kräuter mit dem Rauch von gerauchten Cannabis-Joints verglichen wurde. Das Ziel war klar: Unter Verwendung derselben Blüten, derselben Inhalationsbedingungen und einer strengen Labormethodik sollte untersucht werden, worin genau der chemische Unterschied zwischen Rauchen und Verdampfen besteht.
Im Labor
Um die Forschungsergebnisse zu verstehen, ist es hilfreich, die Durchführung der Studie zu kennen. Wir sprachen mit den Forschern Dr. Richard Rucker und Derek Shiokari über die Methodik, denn die Gestaltung einer Studie ist genauso wichtig wie ihre Ergebnisse.
F: Wie haben Sie Rauch und Dampf im Labor verglichen?
Das Team nutzte eine kontrollierte Rauch- und Aerosolsammelvorrichtung, um die beiden so direkt wie möglich vergleichen zu können. Der Joint oder Vaporizer wurde unter standardisierten Rauchbedingungen an ein Gerät angeschlossen. Die Emissionen durchliefen zunächst einen Filter, der Partikel auffing, und anschließend eine auf sehr niedrige Temperaturen gekühlte Kryofalle, um flüchtige Verbindungen in der Gasphase aufzufangen. Die Forscher kombinierten und analysierten diese Proben dann, um die gesamte chemische Zusammensetzung zu untersuchen, einschließlich Cannabinoiden, Terpenen, Aldehyden, VOCs, SVOCs und anderen thermischen Abbauprodukten.
F: Warum war die Methodik wichtig?
„Besonders aussagekräftig an dieser Arbeit ist, dass sie Rauch und Dampf unter Verwendung desselben Cannabismaterials und standardisierter Bedingungen verglich. Dadurch ist ein viel direkterer Vergleich möglich als durch die Betrachtung voneinander unabhängiger Studien. Anstatt verschiedene Produkte, Materialien oder Testmethoden zu vergleichen, konnten die Forscher den Unterschied zwischen Verbrennung und Verdampfung deutlicher herausarbeiten.“
F: Was hat die Studie ergeben?
„Die Studie bestätigte eine deutliche Reduzierung vieler schädlicher Verbindungen in den Emissionen von Verdampfern im Vergleich zum Rauch von Joints. Es handelte sich dabei nicht um geringfügige Unterschiede. Die Forscher stellten signifikante Rückgänge bei klassischen, mit der Verbrennung in Verbindung gebrachten schädlichen Verbindungen fest, in einigen Fällen um etwa 95 % niedriger im Dampf im Vergleich zum Rauch.“
F: Was war das Überraschendste an den Ergebnissen?
„Das Ausmaß der Reduzierung war bemerkenswert, aber besonders auffällig war auch, wie unterschiedlich Rauch und Dampf im Labor aussahen. Eine Reduzierung um 95 % in einer Datentabelle zu sehen, ist das eine; die Unterschiede bei den Filtern, den Sammelmaterialien und den Gesamtemissionen zu sehen, machte den Kontrast viel greifbarer. Es unterstrich, dass der Unterschied zwischen Verbrennung und Aerosolbildung nicht nur theoretisch ist – er ist messbar und sichtbar.“
F: Gibt es ein Beispiel, das die Ergebnisse besonders gut veranschaulicht?
„Ja, Acetaldehyd. Es ist ein schädliches Nebenprodukt, das auch in Diskussionen über alkoholbedingte Krebsrisiken im Zusammenhang mit der öffentlichen Gesundheit auftaucht und ebenfalls bei der Verbrennung entsteht. In dieser Studie wurde der Acetaldehydgehalt im Rauch als etwa zwei Größenordnungen höher als im Aerosol von Verdampfern beschrieben. Das ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie das Verbrennen von Cannabis Konsumenten Verbindungen aussetzen kann, deren Inhalation ihnen möglicherweise nicht bewusst ist.“
F: Warum ist Acetaldehyd ein so interessanter Beweis?
„Weil es diese Diskussion mit einem breiteren Verbraucherverständnis von gesundheitlichen Abwägungen verbindet.“Immer mehr Menschen verstehen, dass Konsumprodukte schädliche Nebenprodukte erzeugen können, selbst wenn diese kulturell als normal gelten. Acetaldehyd ist ein gutes Beispiel für eine Verbindung, die die Risiken der Verbrennung greifbarer und weniger abstrakt macht. Anstatt allgemein von „Giftstoffen“ zu sprechen, liefert es ein konkretes Beispiel dafür, was beim Verbrennen von Cannabis im Vergleich zum Verdampfen entstehen kann.
Was diese Forschung bedeutet
Die Zahlen sprechen für sich. Bei sechzehn gemessenen Verbindungen, darunter Benzol, Formaldehyd und Acetaldehyd, wies das Aerosol von Verdampfern über 95 % weniger schädliche Verbrennungsnebenprodukte auf als der Rauch von Joints. Am auffälligsten ist jedoch, dass Joint-Rauch im Labor etwa 189 verschiedene Verbindungen enthielt, im Vergleich zu deutlich weniger im Aerosol von Verdampfern, das überwiegend aus Cannabinoiden und Terpenen bestand (also genau den erwünschten Stoffen).
Dies ist kein theoretisches Argument für die Verdampfung, sondern ein messbarer, sichtbarer, chemisch dokumentierter Unterschied zwischen zwei Arten des Konsums derselben Blüte.
Im nächsten Beitrag unserer Reihe „Höhere Standards“ werden wir darauf eingehen, was all dies für Sie und für die Zukunft des Cannabiskonsums bedeutet.
Um tiefer in die Materie einzutauchen, lesen Sie mehr unter pax.com/Wissenschaft.